28.09. - 01.10.
Neu-Isenburg --> Narbonne --> Barcelona --> Alicante --> Granada --> Malaga (1300 Km)
Donnerstag früh kommen wir mit mit dem Reisezug in Narbonne an. Chris packt unser Gepäck wieder auf unsere Motorräder und los geht es Richtung Afrika.

Freitag Abend, kurz vor Alicante /Spanien, haben wir dann unsere erste Panne. Chris hat einen Vorderradplatten und wir merken das unsere Luftpumpe nicht funktioniert. "Nochmal Glück gehabt" denken wir uns, denn hätten wir das erst mitten in der Wüste festgestellt ...
Und wir warten auf den ADAC ...

Am nächsten Morgen der erste Versuch nochmal unser Gepäck zu ordnen...irgendwie haben wir zu viel mitgenommen...

... aber so gewisse Sachen wie ein Evian Spray braucht man ja halt ...

50 Km weiter unsere nächste Panne ... an wirklich jeder Tankstelle, an der wir bisher getankt hatten, stand an Diesel = Diesel. An dieser steht Gasoleo A und so denkt sich Chris 'Gasoleo = Gasolin' und tankt unsere Motorräder, inklusive seines 22 L Zusatztankes, anstatt mit Benzin, randvoll mit Diesel, also insgesamt 56 Liter.
Weit sind wir damit nicht gekommen ... es dauert eine Ewigkeit bis Chris das Ganze wieder aus den Tanks herausbekommt bzw. saugt...

Wir tanken wieder randvoll, aber diesmal das Richtige. Chris versucht unsere Motorräder zu starten, aber es tut sich nicht wirklich viel ... war wohl doch noch etwas Diesel im Tank. Also das ganze Spiel noch mal von vorne, alles wieder raus. Dann versuchen wir es mit Super, halten während des zweiten Startversuchs die Luft an ...und plötzlich nach etwas Anlaufschwierigkeiten springen unsere Motorräder endlich (ohne hörbare Schäden ...) wieder an. Wir jubeln und fahren 130 EUR ärmer weiter ...
01.10. - 04.10. Malaga/Torremolinos
Afrika muss noch warten ...
Chris schimpft mit mir, denn ich soll nicht immer so dicht an Fahrzeugen parken. Das löst in mir eine Gedankenkette aus ... nicht dicht parken - Schaden - Versicherung - grüne Versicherungskarte ... AHHH..., die grüne Versicherungskarte, ich habe sie zu Hause im Ordner vergessen ... wir beschließen in Malaga auf die grüne Versicherungskarte zu warten, denn das ist billiger, als in Marokko eine kurzfristige sehr teure Versicherung abzuschließen.
In Torremolinos auf dem Campingplatz treffen wir die ersten Biker, die beiden kommen gerade aus Marokko und sind jetzt auf dem Rückweg.

Was ist sonst noch so passiert:
Chris hat es diesmal das Ventil vom Vorderrad abgerissen, lag wohl daran, dass der freundliche Pannenhelfer es wirklich gut meinte und das Ventil nach wechseln des Schlauchs zu fest angezogen hat. ... Sind jetzt auf der Suche nach verstärkten Schläuchen, denn die Standard Schläuche von Continental kann man vergessen. Die sind einfach zu empfindlich. Chris hat es nicht geschafft einen neuen Schlauch ohne Riss zu wechslen.

Gewonnene Erkenntnis: Reiseschecks sind der sicherste Weg sein Geld zu transportieren ... nicht mal die Citibank (von der wir die Reiseschecks aus Deutschland haben) wollte uns die hier eintauschen. Schön wenn man in Deutschland die Aussage erhält, man könne Reiseschecks in jedem Land bei jeder Bank eintauschen ... in Spanien wohl nicht ... völlig mit den Nerven fertig, finden wir dann nach 4 stündiger Suche eine Bank, die uns die Reisechecks eintauscht.
Das haben wir dann auch gleich mal mit allen gemacht, sicher ist sicher, denn in Afrika wollen wir das nicht ausprobieren.
Werner und Claudi (www.claudi-und-werner-reisen-durch-die-welt.de) die wir in Marokko treffen wollten, um gemeinsam weiter zu fahren, erwischen wir leider jetzt aufgrund unserer Pannenserie auch erst mal nicht mehr. Die Beiden sind mittlerweile schon in der Westsahara Richtung Laayonne Plage unterwegs ... vielleicht treffen wir uns später irgendwo in Afrika.
04.10. - 11.10. Malaga/Torremolinos
Wir finden an der Grenze zwischen Malaga und Torremolinos direkt am Meer einen Wildcamperplatz und ziehen um, denn unser Campingplatz für 22,50 EUR ist nicht nur zu teuer, sondern der Besitzer und die Angestellten ziemlich unfreundlich und schlecht drauf. Hier warten wir weiter auf unsere Versicherungskarte, schauen dann noch 3 Tage bei dem unfreundlichen Campingplatz vorbei, mit der Erkenntnis, auch wenn sie Post für uns haben, werden sie diese nicht rausrücken ...
Hier lernen wir Thorsten und Jose kennen.

Thorsten (links) hat sich gegen ein gut bürgerliches Leben in Deutschland entschieden und lebt seit mehren Jahren in Spanien, seit einigen Monaten hier in seinem Ford Transit. Josef (rechts) ist mit dem Fahrrad aus Slowenien gekommen und auch hier hängen geblieben. Beide verdienen ihr Lebensunterhalt indem sie Ketten basteln und diese an Touristen verkaufen.
LOST in Malaga ...
Hier in Kurzfassung die verschiedenen Varianten, um an unsere grünen Versicherungskarten zu kommen. Einzelheiten spare ich mir, glaubt uns eh keiner.
Variante 1
Per Post an unseren Campingplatz in Malaga, dauert ja nach Aussage der Post nur 4 Tage. --> ist nicht angekommen, weil ???
Variante 2
Gleichzeitig zu Variante 1 sicherheitshalber von der Versicherung noch mal ein Paar Vk zu meiner Mutter schicken lassen. --> ist nicht bei meiner Mutter angekommen, weil Namen falsch geschrieben ...
Variante 3 (10.11.06)
Am Frankfurter Flughafen unbekannte Person angesprochen, ob sie die Vk mit zum Flughafen Malaga nehmen könnte (hat in Frankfurt auch geklappt). --> nach erfolgloser 7 stündiger Wartezeit festgestellt --> nicht angekommen, weil unbekannte Person in Malaga nicht mehr auffindbar... gleich danach vor lauter Frust bekomme ich den zweiten Herpes meines Lebens (der dann auch gleich mal 10 Tage andauert ...)
Variante 4 (11.10.06)
Wir warten seit 5 Stunden im Internetcafe auf den UPS Men ...
UNGLAUBLICH, die Vk sind tatsächlich doch noch nach 9 Stunden angekommen ...die Geschichte dazu könnte auch schon wieder eine halbe Seite füllen ... jetzt gehen wir erst mal einkaufen, feiern Party am Strand, erholen uns von dem Frust, warten bis der Herpes verheilt ist und dann geht es endlich richtig los.
16.10. Malaga/Torremolinos
Immer noch LOST in Malaga
Wer glaubt das wir schon unterwegs nach Afrika sind ... es wäre ja zu schön, wenn unsere Zeit hier in Malaga problemlos verlaufen würde ... denn jetzt geht ständig meine Maschine aus, sobald ich in den ersten Gang runter schalte (sehr schlecht für Piste fahren, eigentlich unmöglich).
Das ist wohl ein bekanntes Problem bei der BMW F650 GS und kann nur mit einem Reset des BMS Systems - natürlich nur in einer BMW Werkstatt - gelöst werden ... und da waren wir heute morgen erst einmal. Maschine fährt jetzt wieder problemlos.
Man muss sich trotzdem manchmal fragen, ob das nicht doch alles so seinen Sinn hat (obwohl es reicht dann auch mal) ... denn als wir so in der BMW Werkstatt warten, kommt zielstrebig ein Pärchen auf uns zu.
Becky und Bill kommen aus England, haben gerade eine Tour durch Indien gemacht, nun ein bisschen Europa. Lassen jetzt ihre Maschinen checken, haben neue Reifen bestellt, um dann zu einer 2 Jahres Tour durch Afrika aufzubrechen. Jetzt warten wir noch mit den beiden auf ihre Reifen und fahren dann gemeinsam los ...
17.10. - 20.10 .
Malaga/Torremolinos --> Larache --> El Jadida (400 Km)
Wir warten seit zwei Tagen auf Becky und Bill. Da wir nichts mehr von ihnen gehört haben, beschliessen wir morgen früh nach Tarifa zu fahren, um dort die Fähre nach Tanger/Marokko zu nehmen. Außerdem wird hier das Wetter gerade schlecht und langsam haben wir auch genug von Malaga. Obwohl ja so am Strand zu wohnen nicht schlecht ist ...vor allem wenn wir morgens mit unseren Kaffetassen in der Hand diesen Sonnenaufgang geniesen dürfen... aber wir wollen ja nach Afrika.

Abends gesellen sich dann noch Pilar und Patrick mit ihrem Zelt zu uns, da sie leider direkt am Strand bestohlen wurden. Die Beiden sind mit dem Rucksack unterwegs, kommen gerade aus Marokko und fliegen morgen früh nach Dortmund zurück.
Nachts fängt es an zu regnen, leider hält der Regen auch noch morgens an. Das Packen wird zu keinem Vergnügen, aber unser Entschluss heute zu fahren steht weiterhin fest. Bis nach Tarifa werden wir von dunklen Wolken, Regen und Sturm begleitet , der uns fast von der Straße weht ( ob da Jemand etwas dagegen hat ...). Wir freuen uns als wir noch die Fähre um 13 Uhr bekommen, denn in Marokko ist das Wetter ja bestimmt besser ...
Im Internet hatte ich gelesen das in Tanger sog. Helfer in Uniform versuchen einen überse Ohr zu hauen. Sie füllen die Einreiseformulare aus und verlangen dann anstatt 20 EUR Gebühr, 30 EUR, also 10 EUR für die eigene Tasche. Wir bereiten uns darauf vor, denn das passiert uns natürlich nicht ...
In Tanger wird es recht hektisch ... und irgendwie ruckzuck erwischt uns dann doch ein 'Helfer' und unsere Einreisformulare sind ausgefüllt ... Als der 'Helfer' von uns eine Unterschrift verlangt, sagt Chris das wir den Trick schon kennen und was das denn jetzt kostet, wenn wir unterschreiben. Auf einmal kann der Helfer uns nicht mehr verstehen und wir weigern uns zu unterschreiben ... nach etwas hin und her kommt dann ein 'no problem, no problem'. Chris und ich schauen uns an, denken 'was soll,s' und unterschreiben. Nachdem unsere Daten dann noch von einer netten marokkanischen Dame im Computer erfasst wurden, meint der 'Helfer' das wir nur noch vom Polizeichef einen Stempel benötigen, seine Arbeit sei hiermit erledigt und wir könnten ihm doch einen kleinen Tip für seine Hilfe geben. Zähneknirschend rücke ich für uns beide 5 EUR raus, womit er dann auch zufrieden ist. Wir freuen uns, andere zahlen 10 EUR und wir haben nur 5 EUR für beide gezahlt. Jetzt nur noch den Stempel vom Polizeichef, unsere Gebühr bezahle und dann hier weg. Polizeichefs haben natürlich Zeeeeeeit , also lehnen wir uns lässig gegen unsere Motorräder und warten ... nachdem dann alle Schwätzchen gehalten wurden, bekamen wir unsere Stempel, dürfen weiterfahren und suchen die Stelle wo wir die 20 EUR bzw. 40 EUR zu zahlen haben, aber keiner will unser Geld, also fahren wir dem Schild Salida entgegen und freuen uns das wir schon wieder Geld gespart haben ... (ich würde mal sagen, da sind einige ganz schön an der Grenze abgezockt worden, denn es gibt keine Gebühr zu zahlen ...).
Ach ja, die grüne Versicherungskarte wollte dann auch keiner sehen...
Die Freude hält dann auch nur kurz an, wir tanken, wollen schnell aus Tanger raus und fahren los, als pünktlich ein Unwetter mit heftigen Regenfällen beginnt. Der Regen wird so heftig, dass wir kaum noch etwas sehen können, rechts neben uns schlagen die Blitze ein (ich denke nur'oh oh , sieht zwar impulsant aus, aber hoffentlich werde ich von keinem getroffen, würde ja passen ...'). Innerhalb von Sekunden werden wir nass bis auf die Haut und fahren im Regen-, Hagel- und Sturmböen- Wechsel nach Larache.
In Larache fallen wir dann tropfnass und stocksteif gefroren von unseren Motorrädern direkt ins nächste Hotel. Die Dame an der Rezeption unterdrückt ein Schmunzeln, als sich rund um uns eine Schlamm und Pfützen Lache bildet.
Im Hotelzimmer freuen wir uns, eine Badewanne, aber leider nur kaltes Wasser ... verteilen überall unsere nassen Sachen in der Hoffnung das sie bis morgen trocknen. Natürlich am nächsten Morgen entdecken wir in so etwas ähnlichem wie einen Schrank, hinter einem Vorhang eine kleine Elektroheizung. Wir stellen die Heizung auf die höchste Stufe und werfen unsere Motorradklamotten darauf, klemmen die Strümpfe dazwischen, drumherum drapieren wir unsere Stiefel ... und hoffen das während wir frühstücken nicht das Hotelzimmer abfackelt ...
Sonne und Regen wechseln sich ab und wir überlegen was wir machen, noch bleiben oder versuchen den Regen hinter uns zu lassen. Als es kurz vor 12 Uhr aufhört zu regnen, entschließen wir uns für Letzteres.
Wir bezahlen, aber bevor wir los fahren brauchen wir noch Geld und suchen einen Geldautomaten. Man(n) sah uns anscheinend an das wir etwas suchen, denn plötzlich kommt jemand (mit einem Huhn unterm Arm ...) auf uns zu und fragt recht aufdringlich ' chicken, handy, Haschiiiisch........?' , da haben wir wohl in der falschen Straße gesucht...
Als wir vom Hotel weg fahren fängt es natürlich wieder an zu regnen und unsere in 5 Stunden mühevoll getrockneten Sachen werden innerhalb von 2 Minuten wieder triefend nass ... also geht es so ähnlich wie am Vortag weiter. Wir werden wieder klatschnass und heute kommt noch dazu, dass neben winkenden Kindern am Straßenrand auch welche stehen die Steine werfen (ich hatte davon schon im Internet gelesen).
Nachdem mich dann ein Stein bei Tempo 100 am Schlüsselbein trifft, traue ich erstmal keinem Kind mehr das am Straßenrand steht (war aber für heute die Ausnahme).
Abends kommen wir in El Jadida an, dort bemerkt Chris dann bei so nebenbeier Betrachtung seiner Motorradkette , dass er sein Kettenschloss verloren hat. Dann bei näherer Betrachtung sieht er das seine Kette aufgrund des hohen Gewichtes (ich sag nur Evian Spray ...) völligst über dehnt ist. Zum Glück haben wir ja eine Ersatzkette dabei ...
Vor lauter Frust machen wir dann erst mal unseren Rumvorrat nieder ... danach sieht die Welt dann schon wieder besser aus...

20.10. - 25.10. El Jadida --> Agadir (400 Km)
Unterwegs nach Agadir ...

Seit drei Tagen lassen wir es uns in der Nähe von Agadir auf einem super neuen Campingplatz gut gehen und erholen uns von den letzten Frust Tagen. Außer dem Meer hört man hier nichts, wir können nachts die Sterne sehen, haben heißes Wasser und einen super Swimmingpool fast für uns ganz alleine und das Wetter ist auch wieder gut, was will man mehr...
Wir beschließen noch einen Tag in Agadir auf unserem super Campingplatz zu verbringen.
Das war auch gut so ... denn heute haben wir ein kleines Magen-Darm Problem ...
Hier lernen wir dann auch Frankfurter Camper kennen und es stellt sich heraus wie klein doch die Welt ist. Burgi und Werner sind Nachbarn aus der Fahrgasse und irgendwie kamen ihnen unsere Motorräder schon bekannt vor. Als Chris dann erzählt das er schon mit seinem uralten Suzuki Samurai in der Sahara war, lachen die beiden sich kaputt, denn vor diesem standen sie schon des öfteren und haben sich gefragt wem wohl diese Rostlaube gehört ...
25.10. Agadir --> Tan Tan Plage (300 Km)
Obwohl es Chris noch nicht so gut geht (Magen Darm Problem jetzt mit Schüttelfrost und Gelenkschmerzen) bleiben wir bei unserer Entscheidung, heute unseren tollen Campingplatz zu verlassen und Richtung Tan Tan weiterzufahren.
Natürlich wird unterwegs das Wetter wieder schlecht und es fängt an zu regnen ... anfangs geht es noch, aber ca. 150 Km vor unserem Ziel kommen wir mal wieder in ein heftiges Unwetter. Da wir mitten im Nichts sind, können wir auch nicht anhalten, um uns irgendwo unter zustellen. So kämpften wir uns durch heftige Windböen und Massen von Regen, sind mal wieder nass bis auf die Haut und stocksteif gefroren.
Wer hat eigentlich behauptet das man in Marokko gut Piste fahren kann??? Ich konnte bisher nur gut Aquaplaning fahren ...
Wir schaffen es nach Tan Tan an und fallen lachend von unseren Motorrädern, aber nicht etwa weil wir so happy sind, sondern so fix und fertig, frustrierter als frustriert. Wir denken wirklich daran unsere Tour abzubrechen und wieder nach Hause zu fahren.
Wir irren dann noch etwas ziellos in Tan Tan herum auf der Suche nach einem Campingplatz (den es hier nicht gibt ...), treffen auch wieder die steinwerfenden Kinder (Der Tip aus dem Internet wirkt, beim vorbeifahren tiiiiieeef in die Augen schauen, dann lassen sie ihr Vorhaben), picken nebenbei noch einen nassen Belgier auf einer Yamaha XT auf (ebenfalls auf der Suche ...) und fahren weiter nach Tan Tan Plage. Dort fallen wir wie immer ... in das nächste Hotel. Unsere Motorräder werden dann sicherheitshalber auch im Hotel untergebracht. Dort stehen bereits zwei Motorräder und wie sich herausstellt haben sich hier wohl gerade alle Europäer der Umgebung vor dem Unwetter in Sicherheit gebracht. Hier lernen wir dann die Besitzer der anderen Motorräder kennen, Amy und Rob, ein australisches Pärchen.
Amy fährt eine Honda XR und Rob eine African Twin. Die beiden haben sich auch eine mehrmonatige Auszeit genommen, kommen von England und wollen bis nach Südafrika, wo sie dann ihre Motorräder verschiffen und nach Australien zurück fliegen.
26.10. Tan Tan Plage --> 90 Km vor der Grenze zur Westsahara (230 Km)
Zum Frühstück gibt es erst einmal wieder... ein heftiges Gewitter und wir überlegen, ob wir noch einen Tag im Hotel bleiben oder weiterfahren. Wir beschließen uns mit Amy und Rob zusammen zu tun, die beiden fahren auch nach Mauretanien.
Während Rob den Schlauch seines platten Vorderreifens wechselt, packt Chris unsere Motorräder und unsere Sachen trocknen noch etwas in der Sonne ...

Dann nur noch unsere Motorräder wieder raus aus dem Hotel und los kann es gehen ...
Wir haben Glück und lassen den Regen erst einmal hinter uns ...

Chris entdeckt unterwegs seine neue Leidenschaft ... Fotografieren.

90 Km vor der Grenze zur Westsahara, berücksichtigen wir unsere Regel, ab 16 Uhr einen Schlafplatz zu suchen, fahren querfeldein, entdecken einen unglaublich schönen Canyon eines fast ausgetrockneten Sees und schlagen unser Lager auf.

Wir haben einen wunderbaren Sternenhimmel, um diesen zu genießen beschließen wir nur in unseren Schlafsäcken zu schlafen. Wie bestellt gibt es dann auch noch eine sensationelle Sternschnuppe, die zum Schluss in mehrere Teile zerfällt und verglüht.
Als langsam etwas Nebel aufzieht, meint Chris so im Spaß 'haben wir eigentlich schon erwähnt das wir den Regen bringen ...' den Witz hatte er schon des öfteren tagsüber los gelassen ...Wir liegen alle völligst entspannt in unseren Schlafsäcken und sind am einzudösen, als wir leichte Regentropfen spüren ... von einer Sekunde zur anderen gießt es in Strömen.
Chris und Rob bauen blitzschnell und in Rekordzeit unsere Zelte auf. Chris und ich beschließen von nun an unsere weitere Reise mit Regen machen zu finanzieren, Amy nennt Chris nur noch rain man ...
27.10.
90 Km vor der Grenze zur Westsahara --> irgendwo in der Westsahara (285 Km)
Heute Morgen haben wir strahlend blauen Himmel... natürlich ziehen langsam wieder Wolken auf und zwei Stunden später pünktlich zu unserer Abfahrt beginnt es leicht zu regnen.

Natürlich ... der Grenzübertritt zur Westsahara findet im Regen statt.

Kurz nach der Grenze gibt es dann aber eine Entschädigung für das schlechte Wetter, denn in der Westsahara kostet der Liter Sprit nur 0,60 Cent (Marokko hatte Europa Preise). Wir spaßen ein bisschen mit den drei Angestellten der Tankstelle, werden dann noch darüber aufgeklärt, das Westsahara NICHTS mit Marokko zu tun hat und das Marokko schlecht ist. Dann rennt einer von den Dreien weg und kommt mit einem offiziell aussehendes Dokument wieder das er mir unter die Nase hält und erklärt mir das mit der Westsahara nochmal (natürlich das Ganze auf französisch...). Ich nicke und tue so, als verstehe ich alles, wir dürfen die Tankstelle verlassen ...
In Tarfaya gehen Amy und ich noch schnell einige Lebensmittel kaufen, in der Zwischenzeit bewachen Rob und Chris unsere Motorräder.

Wir suchen einen Schlafplatz und fahren wieder irgendwo in der Westsahara querfeldein und schlagen unser Lager auf ...
28.10. - 30.10. Irgendwo in der Westsahara --> Dakhla (318 Km)
Nachdem ich gestern einen erfolgreichen Tag auf einem Stückchen Piste hatte ohne mich hinzu legen, denke ich mir so heute 'steigere ich das Ganze doch nochmal um ein paar Schwierigkeitsstufen ...' , nämlich weicher Sand mit grossen Steinen. Das geht natürlich voll in die Hose (Achtung Anfänger: nicht wie ich dann auch noch am Gasgriff festhalten und Beine weg vom Motorrad ...). Nachdem Amy und Rob (Chris war schon vorgefahren, um die Lage zu checken ...) mich dann von meinem Motorrad befreien, da nämlich Knie und Fuß dumm verdreht unter Motorrad eingeklemmt und Chris auf seine fachmännische, charmante und grobe Art mein Knie in alle Richtungen verbiegt und der Schmerz in meinem Knie langsam nachlässt, kann ich auch wieder lachen, da Bein zum Glück nicht gebrochen...

und hinkend geht es weiter...

Die ganze Geschichte erinnert mich doch sehr an meine Inliner - Apfelweintour wo ich mir die Bänder angerissen hatte ( Franki, da hatten wir Spaß), nur leider gibt es hier weit und breit keine Moloko Bar in die wir hätten einfallen können... Ich denke Bänder sind auch nicht angerissen, aber fies überdehnt ... die hinkende Gestalt in Dakhla bin auf jeden Fall ich ...
In Dakhla stärken wir uns dann erst einmal im Mc Aya (das hat uns an irgend etwas erinnert, ich komme nur jetzt nicht drauf...)


Da wir gestern an sechs Polizeikontrollen jedesmal warten mussten bis unsere Daten notiert waren, haben wir uns überlegt an den nächsten Kontrollen die Frage der Polizeibeamten nach 'Rally Dakar?' mal mit 'Qui Qui' zu beantworteten. Und um dem Ganzen noch ein offizielles Aussehen zu geben haben wir uns im Internetcafe erst mal eine offizielle Rally Dakar Teilnahme gesucht und ausgedruckt ... Jetzt legen wir die Wegpunkte und Checkpoints fest...
