19.11. - 22.11. Anti-Atlas: Taliouine --> Quarzazate (202 Km)
Am nächsten Morgen, nach einer etwas kälteren Nacht in Taliouine und den Bergen noch mal kurz über die Route gesprochen.

und weiter geht es durch den Anti-Atlas in Richtung Ouarzazate...
die Landschaft verändert sich und wird zur Steinwüste. 'So muss der Mond aussehen ... und es ist verdammt kalt auf dem Mond' (Die beste Reisezeit soll die Winterzeit sein ... da wurden wir aber nicht befragt ...).

So eine Reise bringt ja viele Erkenntnisse mit sich, eine meiner weiteren ist, dass ich Berge toll finde. Durch das Atlasgebirge zu fahren ist ein faszinierendes Erlebnis für mich.


In Quarzazate fahren wir auf den Campingplatz, wo uns sofort freudig, winkend Felix (www.Felix-Bergmeister.at) begrüsst. Felix kommt aus Österreich und macht vieles ... in den nächsten ein bis zwei Jahren ist er mit seiner BMW R80 GS als UNICEF Botschafter in der Welt unterwegs. Sein erstes großes Ziel ist Capetown.

Mit Felix verbringen wir gerade eine witzige Zeit, erkunden ein bisschen die Umgebung und sind dabei wohl irgendwo falsch abgebogen...





Und tauschen unsere Motorräder gegen ein fast neues vierrädriges Gefährt ...
Ach so, waren ja die Atlas Film Studios ... hier wurden z.B. Asterix und Cleopatra, der Gladiator und die zehn Gebote gedreht. Eigentlich lohnt sich der Besuch nicht (viel zu teuer, für die herunter gekommenen Kulissen), aber lustig war es mit den Jungs.
Danach noch ein bisschen die Gegend erkunden ...


und lassen den Tag gemütlich mit einem Essen ausklingen, dabei haben wir einen tollen Blick auf eine alten Festungsanlage, die Kasbah genannt wird.


22.11. - 25.11. Anti-Atlas: Ouarzazate --> Zagora (187 Km)
Da wir mit Felix wirklich viel Spaß haben und er auch mit uns, beschließen wir noch etwas Zeit miteinander zu verbringen. Wir brechen unsere Zelte in Ouarzazate ab und fahren gemeinsam nach Zagora.
Unterwegs macht sich wieder mein altes Problem mit der Elektronik bemerkbar und Chris könnte mal wieder eine neue Motorradkette (mittlerweile seine dritte...) gebrauchen.
Ich werde mehr und mehr zum Atlas Fan ...

..
Chris erklärt mir dann den Unterschied zwischen einem Motorradfahrer, also ihm und mir. Ich reise halt mit dem Motorrad und möchte auch Fotos machen. Was ich ihm dann auch etwas ärgerlich erkläre...

und ich bekomme mein Foto ...

und fotografiere eben während der Fahrt weiter (womit ich Felix sehr beeindrucke, das kann wohl nicht jeder...).




In Zagora fast wieder am Stadtausgang (denn in der Stadt möchte man nicht so gerne bleiben) finden wir in einer Oase einen schönen Campingplatz.

und mit den Nachbarn auch wieder Glück gehabt ...

In Zagora merken wir wieder extrem das die große Einnahmequelle die Touristen sind. Sehr beliebt sind dabei die Ausflüge zu Dünen der Saharaausläufer, Kameltouren (sind ja eigentlich Dromedare...), Picknick in den Oasen, Übernachtungen in den original Berberzelten (original wie die Kamele...), wir amüsieren uns dabei köstlich über den Touristennepp... aber vor ein paar Jahren hab ich so etwas ja auch mitgemacht.
Leider können wir den Menschen nicht klar machen, das wir keine Kameltour unternehmen möchten, keine 4x4 Touren zu den Dünen, wir brauchen auch keine Mechaniker für unsere Motorräder (sind ja selbst Chefmechaniker bei BMW...), an selbst gebastelten Tierchen, Kleidung made in China oder mal eine rauchen sind wir auch nicht interessiert. Das alles kann man nur ertragen, wenn man sich über das 'TSE TSE my friend...' dann ein Späßchen macht.
Unser erster Abend auf dem Campingplatz verläuft dann auch interessant. Wir sitzen so gemütlich in der Nähe der Küche, als Chris zu mir sagt 'oh oh, da wird gerade jemand in der Küche geschlagen, schau nicht hin...', am besten tun wir so, als würden wir das gar nichts mitbekommen, denn man weiß ja nie wer da gerade sein Gesicht verliert und wie das hier geregelt wird.
Wir hören laute Stimmen und Geschirr zerbrechen ... alle denken 'da hat sich unser Abendessen wohl gerade verabschiedet'...'. Als sich der Streit mittlerweile sichtbar zwischen zwei Männern nach draußen verlagert, mischen wir uns weiterhin nicht ein und verziehen uns etwas weiter in Richtung Berberzelt.
Mit etwas Verspätung, verbundener Hand und Entschuldigungsversuchen, Chris entschärft die Situation dann mit einem 'comme ci comme ca' (was anderes ist ihm gerade nicht eingefallen ...). Da musste sogar der Geprügelte lachen und unser Essen wird serviert.
Der dritte Abend verläuft dann ebenso interessant. Wir merken es sind Touris da, die eine authentische Nacht mit Bespaßung und Übernachtung im Berberzelt gebucht haben. Während wir unser Essen bestellen, werfen sich die Jungs vom Campingplatz in die passende Tracht und drehen sich erst mal einen Joint.
Zu Feier des Tages gibt es natürlich auch Bier, dass dann gemeinsam mit den Touris getrunken wird. Später wird dann noch gemeinsam getrommelt und gesungen. Das das dann mit unserem Essen nicht so klappen kann, war ja wohl klar... wir beschweren uns und tatsächlich bekommen wir nach den versprochenen 10 Minuten (nach 2,5 Stunden Wartezeit) unser Essen.
Ich habe wirklich überlegt ob ich es schreiben soll, aber es ist wie es ist, 80 Prozent der männlichen Bevölkerung mit denen wir es zu tun hatten, haben wirklich ein kleines Drogenproblem.
Am späteren Abend sind die Jungs vom Campingplatz völligst entspannt und bekommen nicht mehr wirklich etwas mit... Umso beeindruckter sind wir am nächsten Morgen , als unsere Rechnung der letzten 3 Tage stimmt...
23.11. Ausflug nach M' Hamid/algerische Grenze (90 Km)
Wir beschließen einen Ausflug an die algerische Grenze nach M' Hamid zu machen.
Chris und Felix schrauben überflüssige Gewicht von ihren Motorrädern und los geht es Richtung Ausläufern des Sahara Atlas.
Wir überqueren die Bergkette des Djebel Bani und haben eine unglaubliche Sicht auf Trockentäler.



Weiter geht es Richtung Dunes de Tifon, vorbei an Dörfern, Oasen, Steinwüsten und kleinen Dünen, heute haben wir wirklich alles.




Das muss dann natürlich unterwegs auch mal sein ...

Die Enttäuschung ist groß, als wir zu den zertrampelten Dünen von Tifon kommen. Kein Vergleich zu den unberührten Dünen in der Westsahara.
Hier steht bereits ein Bus mit Touristen, kaum haben wir die Motorräder abgestellt kommen sofort die Einheimischen, um uns mal wieder sehr penetrant ihre Kameltouren oder aus Bast geflochtene Tierchen auf zuzwängen. Ein Nein Danke gilt hier nicht, also versuchen zu ignorieren, das können wir mittlerweile sehr gut ...

Wir fahren weiter nach M' Hamid, Richtung Algerischer Grenze.
Die Menschen sind hier einfach arm, haben nichts, natürlich versuchen sie dann alles um ihr Zeug los zu werden oder etwas Geld zu erbetteln.
Irgendwie kann ich schon verstehen das sie dann ärgerlich werden und auch mal Steine werfen, wenn da ein paar Motorradfahrer kommen, ein paar Fotos knipsen und wieder abhauen...

(Foto: Felix)
Ich denke oft wie glücklich ich mich schätzen kann in Deutschland geboren zu sein, alleine das macht mich schon reicher. Aber das Erkunden macht so keinen Spaß, wir beschließen nicht weiterzufahren und drehen um und fahren zurück nach Zagora.
Unterwegs entsteht dann eine dicke Männer-Freundschaft ...
