25.11. - 26.11. Zagora --> Zouala/Oase du Ziz (365 Km)
Heute ist der Tag der Trennung, irgendwie fällt es uns allen schwer, aber so ist der Plan. Wir fahren heute weiter Richtung Erfourd, Felix fährt 50 Km Piste nach Foum Zigid und dann Richtung Goulemin.

Und weiter geht es durch den Atlas ...


... vorbei an verfallenen Kasbahs...

...noch mal den Weg gecheckt ...

... und plötzlich fahren wir - schon lange nicht mehr gehabt - in einem Sandsturm, der diesmal aber nicht so heftig ist und uns nicht gleich von der Strasse fegt.

(diese Foto hätte fast unsere Kamera gekillt, da Sand im Getriebe...)
In Erfourd angekommen, merken wir schnell, hier wollen wir nicht bleiben, ist wieder eine Touristenstadt. Kaum in die Straße eingebogen die zum Campingplatz führt, werden wir wieder bedrängt, Fossilien zu kaufen, die für dieses Gebiet bekannt sind oder ob wir zu Erg Chebbi, der größten Düne Marokkos, wollen. Wir drehen um und fahren weiter.
Da der Sand uns nicht verlässt und sich mittlerweile überall festgesetzt hat, beschließen wir das heute ein Hoteltag ist und finden in der Oase du Ziz in Zouala ein zwar etwas karges Zimmer, aber ich finde es hat etwas und ist irgendwie süß.

Gut das wir uns für ein Zimmer entschieden haben, denn nachts haben wir ein Unwetter mit heftigen Regenfällen.
26.11. --> Azrou/mittlerer Atlas (300 Km)
Wir haben Glück und die Regenwolken verziehen sich und die Sonne kommt zum Vorschein. Leider gab es dafür aber über Nacht einen Temperatursturz von ca. 10 Grad, für uns viiiiel zu kalt...
Wir werfen noch mal einen Blick auf die Oase du Zis und weiter geht es Richtung Fes.

Das Fahren macht keinen Spaß mehr und ich kann die Umgebung, vor allem die schönen Schluchten des Zis Flusses, nicht mehr genießen, denn es wird so kalt, dass mir die Hände anfangen weh zu tun. Diese müssen erst mal während einem Stop in der Sonne wieder aufgetaut werden.

und dann sehen wir DAS ...

verschneite Berge des Atlasgebirges..., ich lach mich kaputt und sage zu Chris ´da müssen wir jetzt NICHT durch ...´ Doch müssen wir ... also trinken wir noch einen heißen Tee, knöpfen unsere Jacken (die ja für den Hochsommer gedacht waren) bis oben hin zu, verschließen alle Löcher in die es rein ziehen könnte und fahren los.

Wir fahren über den schneebedeckten Pass Tizi-n-Tairhemt der auf 1907 m liegt und ich muss schon wieder lachen, vor einem Tag noch Sommer gehabt und jetzt ist es Winter ... was wir für Sachen machen ...
Nachdem wir erfolgreich ohne zu erfrieren über den Pass fahren, nehmen wir die nächste Möglichkeit zum halten wahr (schauen auf unser Thermometer das jetzt 6 Grad anzeigt, also waren es auf dem Pass so ca. 0 Grad) und tauen uns erst mal an unseren heißen Auspuffen auf...

Fallen völligst verfroren in die nächste große Raststätte ein.

Hier versuchen uns dann zwei Kellner in Gemeinschaftsarbeit mal wieder übers Ohr zu hauen. Führen uns gleich in den zweiten Stock, wo keiner sitzt und erzählen uns etwas hektisch was es so zu essen gibt (der Chef war wohl gerade nicht da ...). Ich werde etwas misstrauisch, aber meine Funktionen sind noch eingefroren... Als wir nach der Rechnung fragen, kritzelt der Kellner mit einem freundlichen und breiten Grinsen 250 DH auf (ca. 23 EUR). Ich schlucke und denke stolzer Preis für Marokko und verlange nach der Rechnung, das muss ich doch noch mal prüfen. Beide Kellner werden plötzlich nervös, reden auf arabisch und legen uns erst mal das Wechselgeld hin, wohl in der Hoffnung das wir gehen. Ich gehe erst mal auf die Toilette und muss wohl noch mal nach der Rechnung fragen und uuups wurde ausversehen etwas doppelt berechnet. Unsere Bestellung wird hektisch auf einem Block nach notiert und wir werden mit vielen Entschuldigungen zur Tür begleitet .
Unsere neue Regel entsteht, nie wieder etwas in einem seriös wirkenden Lokal ohne Menükarte mit Preisen bestellen. Heute kotzt uns die Abzockerei mal wieder besonders an ...
Wir beschließen das heute wieder ein Hoteltag ist und fahren weiter nach Midelt. Hier ist es uns aber noch zu kalt. Midelt liegt auf 1488 Meter und die Menschen tragen Jacke, Handschuhe und Schal. Wir fahren weiter in der Hoffnung das es bald wärmer wird. Aber erst müssen wir noch den Col du Zad überqueren (Hauptkamms des Mittleren Atlas, 2178 m). Auch das schaffen wir ohne größere Erfrierungen und es geht wieder abwärts ... Dann kurz vor Azrou fahren wir plötzlich durch Mischwald und ich denke ich bin im Taunus. Wald habe ich seit fast 2 Monaten nicht mehr gesehen. In Azrou auf 1250 m Höhe (uns immer noch zu kalt ...) überzeugt uns dann eine Auberge mit heißer Dusche und Heizung.
27.11. - 30.11. Asilah/nördliche Atlantikküste (330 Km)
Wir haben zwar einen kalten Morgen, aber der Himmel ist strahlend blau und die Sonne scheint.
Wir ändern mal wieder unseren Plan und beschließen nicht mehr weiter im Atlasgebirge zu fahren, ist uns leider viel zu kalt. Also fahren wir nicht nach Fes, sondern Richtung Meknes.

Unterwegs noch mal aufgewärmt ...

In Meknes kurz die Temperatur gefühlt und zu dem Ergebnis gekommen, hier ist es Herbst, also verzichten wir auf eine Stadtbesichtigung und fahren weiter Richtung Atlantik (da ist es hoffentlich etwas wärmer...)
l

Wir haben uns verfahren und Chris versucht mit etwas französisch, Händen und Füßen nach dem Weg zu fragen. Die Familie lässt alles fallen, um uns weiter zu helfen. Leider können wir ja nicht so gut französisch, ich glaube die Familie wollte uns, bevor wir weiter fahren, zum essen einladen (de manger...???).

Während der Fahrt mal wieder ein Foto gemacht...

Und im zwar etwas bewölkten, aber immerhin 22 Grad warmen (na ja, für uns noch etwas frisch ...) Asilah angekommen, hier bleiben wir erst einmal.

Wir denken an Felix und machen uns ein wenig Gedanken, denn eigentlich wollte er uns nach erfolgreicher Bewältigung der Piste nach Fom Zigid eine SMS schicken, auch gibt es kein Update auf seiner Internetseite. Wir überschlagen im Kopf wann er in Daklah ankommen müsste (dort gibt es wieder Internet).
Wir schreiben ihm eine Email und beschließen noch zwei Tage auf ein Lebenszeichen von ihm zu warten, dann werden wir etwas unternehmen.
In den nächsten Tagen machen wir Asilah unsicher und erkunden ein wenig die Gegend.
Wie unterschiedlich doch die einzelnen Regionen sind. In der Berberregion, die wir mit Erfoud verlassen haben, versuchten die Menschen uns recht aggressiv und aufdringlich ihre Waren und Dienstleistungen aufzudrängen. Hier in Ashila sind die Menschen zurückhaltender (bis auf die Bettler und Schuhputzer...), so dass wir fast ungestört unsere Zeit in Ashila verbringen können.



Jedes Jahr im August findet in Ashila ein internationales Kulturfestival statt, Künstler bemalen dann die in der Medina befindlichen Häusser mit kleinen Kunstwerken. Das möchte ich mir anschauen, aber leider sehen viele Häuser so aus:

Aber dann finden wir doch noch welche ...

Nach zwei Tagen hören wir dann auch endlich etwas von Felix. Ihm geht es gut, aber Glück hat er gerade keins ... Problem 1: Sein Handy ist kaputt und funktioniert nicht mehr. 2: Auf der Piste nach Foum Zigid wollten ihn offensichtlich ein paar Jugendliche steinigen. 3: Ist in einen Sandsturm gekommen. 4: Ist gestürzt, weil er einen offenen Kanal, dem der Deckel fehlte, nicht rechtzeitig gesehen hat ...
30.11. - 04.12. Asilah --> Malaga /Torremolinos (210 Km)
Nach einem letzten gemütlichen Frühstück (Chris hat Zahnschmerzen...) in Asilah brechen wir in Richtung Tanger auf, um die Fähre nach Algerciras/Spanien zu nehmen.
Am Hafen angekommen, springt sofort ein sog. Helfer auf uns zu und verlangt hektisch 'Passports, Passports', aber den Trick kennen wir ja schon von unserer Einreise...diesmal hat er kein Glück bei uns.
Am Ticketschalter verlangen wir dann Tickets nach Algerciras und freuen uns das die Tickets genauso viel kosten wie nach Tarifa. Als wir bezahlen, sehe ich das auf den Tickets Tanger - Tarifa steht, Chris sagt zur Ticketverkäuferin das wir nach Algerciras möchten und nicht nach Tarifa. Als Antwort bekommen wir dann (ohne das die Dame etwa rot wird...) 'ja ja, fährt nach Tarifa, Tanger - Algercircas ist der Name der Fähre' ... ich drehe mich zu Chris um und meine nur 'für wie dumm hält die uns eigentlich' (ich hätte es die Ticketverkaeuferin ja gerne selbst auf französisch gefragt...). Das ist halt Marokko ... mit einem letzen Blick auf Tanger fahren wir eben nach Tarifa ...
In Tarifa haben wir super Wetter und beschließen wieder ein paar Tage auf dem Wildcampingplatz zwischen Malaga und Torremolinos zu verbringen.
Ob Thorsten und Jose, die wir zu Beginn unserer Reise kennen gelernt haben, noch da sind?
Tatsächlich, als wir ankommen, sitzt Thorsten gemütlich vor seinem Ford Transit und sonnt sich. Wir halten vor ihm und er schaut uns etwas verwirrt an, dann merkt er das er nicht träumt und wir müssen alle lachen ... so früh hat er uns nicht zurück erwartet.
Und so schnell kann es gehen, Thorsten hat mittlerweile Nachwuchs bekommen ...

Wir verbringen wieder ein paar schöne Tage hier,

Jose versucht Chris das Trommeln beizubringen...

... aber diese Spielzeuge sind ihm halt dann doch lieber...

... ich beschäftige mich in der Zwischenzeit mit Babysitting.
