30.10. Dakhla --> irgendwo Westsahara/Düne (241 Km)
Mit unserer offiziellen Rally Dakar Teilnahme und Antwort 'Qui, Rallye Dakar' fahren wir heute ohne weitere Formalitäten durch die Polizeikontrollen ...
Weiter geht es Richtung Mauretanien. Kurz nach Dakhla treffen wir einige Wildcamper und ich höre gespannt den einzelnen Geschichten zu:
Kati und Blair sind unterwegs Richtung Burkina Faso und wollen dort um Weihnachten ihr Fahrzeug verkaufen.
Ein älteres Schweizer Ehepaar arbeitet seit einigen Jahren an einem Projekt (www.liweitari.org) in Benin, dorthin sind sie mit ihrem Neffen Kenny unterwegs.
K (Kakuhiro Nishida) ist seit 11 Monaten in der Welt unterwegs (per Fuß, Anhalter, Flieger und Zug...) und in den nächsten 12 Monaten auf der Weiterreise Richtung Mali, Äthiopien, Südafrika und dann Südamerika.
Wir haben uns alle für morgen Abend auf einem Campingplatz in Nouadihbou/Mauretanien verabredet.
Unterwegs ...

...

Unseren Schlafplatz für diese Nacht finden wir dann wieder querfeldein, irgendwo in der Westsahara in einer wunderschönen unberührten Dünenlandschaft.

Unsere Zelte bauen wir direkt an einer etwa 20 Meter hohen Düne auf und verbringen den weiteren Abend gemütlich am Lagerfeuer.

31.10. - 01.11
Dakhla/Westsahara --> irgendwo in Westsahara --> Nouadihbou/Mauretanien (426 Km)
Ich sitze mit meiner Kaffeetasse auf der Düne, genieße die Stille und den Sonnenaufgang. Wir packen unsere Sachen und weiter geht es Richtung mauretanische Grenze.
Vorher aber erst mal wieder raus aus dem Sand...

Nach 80 Km kommen wir zur Marokkanischen Grenze. Dort stehen bereits zahlreiche Fahrzeuge in einer Schlange und warten auf ihre Abfertigung. Wir müssen lachen, denn in Robs Reiseführer steht, das die Zeiten der langen Warteschlangen vorbei sind ... also fahren wir frech an allen vorbei und werden auch gleich bis zum Anfang durch gewunken. Nach 45 Minuten haben wir unseren Ausreisestempel, verlassen Marokko und plötzlich hört die Strasse auf. Ich denke nur 'das ist jetzt nicht wahr ...' , denn ich gehe davon aus, das das der allgemeine Straßenzustand in Mauretanien ist (zum Glück ist die nicht vorhandene Straße aber dann doch nur 1,5 Km lang).
Später lese ich, dass man dieses Stück Piste auf keinen Fall verlassen soll, da links und rechts Minengefahr. Wie soll man etwas verlassen, was gar nicht da ist ...

Natürlich suche ich mir gleich wieder das Stück Piste mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad aus, nämlich mit Sand (Foto oben linke Seite, einfacher wäre natürlich rechts gewesen...). Und mache original wieder das Selbe, wie bei meinem letzten Versuch... kann das Motorrad nicht halten und nehme mit meinem Bein und Fuß die selbe Position ein (verdreht und eingeklemmt...). Aber diesmal gibt es zusätzlich zu dem Schmerz unterhalb meines Knies noch ein unangenehmes Geräusch ( das war dann wohl das Kreuzband... da ist wohl jetzt doch etwas kaputt gegangen.
Nachdem Chris mich von meinem Motorrad befreit und mit mir schimpft, weil ich wieder nicht die Beine weg vom Motorrad hatte , vergieße ich erst einmal ein paar Tränchen und denke 'ich will nicht mehr, wer hatte eigentlich diese Idee ...', aber es hilft nichts und ich muss weiter ...
Nach einem Kilometer Piste kommen wir dann zu etwas ähnlichen wie zusammengenagelte Bretterbuden in denen sich die Mauretanische Polizei-, Visa- und Zollstelle befinden.

Nach etwa zwei Stunden haben wir alle Grenzformalitäten hinter uns. Polizei, Visa, Zoll. Für das Visa zahlen wir 20 EUR. Als wir zur Zollstelle kommen, spricht uns recht penetrant ein Campingplatzbesitzer an. Wir können bei ihm Geld tauschen, wir sollen zu seinem Campingplatz kommen ... usw. Das Ganze wiederholt er dann, während wir versuchen unser Formular für die Zollerklärung der Motorräder ausfüllen, mindestens 20 mal. Und das wir 10 EUR Gebühr pro Bike zu zahlen haben wäre normal, also zahlen wir jeder die 10 EUR. Später erfahren wir von Franzosen das für die Zollerklärung nichts zu zahlen ist (Kein schlechter Nebenverdienst mit denen die Jungs sich ihr Gehalt aufbessern ...).
Nur noch ein kleines Stück Piste, dann beginnt wieder eine Straße und wir fahren bis zur nächsten Polizeikontrolle. Hier empfängt uns dann auch wieder der Campingplatzbesitzer, führt uns nach Polizeikontrolle zu einem klappriger Wohnwagen, in dem wir unsere Fahrzeugversicherung für 10 EUR abschließen müssen und redet wieder auf uns ein (das kann schon ganz schön aggressiv machen, vor allem wenn man auch noch Schmerzen im Bein hat...aber immer schön höflich bleiben...).
Wir hängen den Campingplatzbesitzer ab und fahren Richtung Nouadihbou. Vorbei geht es an Dromdarherden und wir sehen den einstmals längsten Erzzug der Welt,

der nicht nur Erz transportiert ...

Wir kommen in Nouadihbou an und haben die nächste Aufgabe zu bewältigen, den Straßenverkehr ... links und rechts weichen wir den unterschiedlichsten Fahrzeugen aus (Fahrzeuge kann man das zum Teil eigentlich nicht mehr nennen...) die unbedingt auf unserer Spur fahren wollen. Dabei müssen wir noch aufpassen die auf der Strasse befindlichen Menschen, Hunde und Ziegen nicht mitzunehmen.
Wir schaffen es und kommen sicher in unserem verabredeten Campingplatz an (gleicht eigentlich eher einem kleinen abriegelbaren Innenhof mit Baum). Dann erfahren wir das es in ganz Mauretanien keinen EC Automaten gibt (mit unseren letzten Mäusen hatten wir die Versicherung bezahlt). Mit gut funktionierender Infrastruktur ist hier wohl der gut gehende Schwarzmarkt gemeint gewesen ...
Kurze kleine Panik und mit umgerechnet ca. 3 EUR die uns der Campingplatzbesitzer in die Hand drückt, überlegen wir kurz ... Western Union gibt es hier an jeder Ecke... Wen kann man jetzt noch schnell erreichen??? Spontan fallen mir Zahra und Dietmar ein, die oft bis spät in die Abendstunden brav ihrer Arbeit nachgehen. Dies klappt dann auch alles wunderbar und am nächsten Morgen halten wir, nachdem Dietmar noch eine kleine Schwierigkeit in Form eines Zahlendrehers in dem Transfercode einbaute, wieder Geld in Händen.
Dann schaut noch mal penetranter Campingplatzbesitzer vorbei...wir sollen doch mal bei ihm vorbei kommen, vielleicht gefällt es uns bei ihm ja besser ...
Am Abend kommen dann auch wie verabredet Kati, Blair und das schweizer Ehepaar mit ihrem Neffen und K an. Etwas später kommen noch Xaviar und Pascal dazu, zwei Franzosen die mit ihren 1200 GS BMW's auf den Weg nach Dakar/Senegal sind.
Und der kleine Innenhof wird so richtig gemütlich ...

01.11. - 03.11
Nouadihbou, Nokachott, Rosso und zurueck nach Nokachott --> Nationalpark in Mauretanien --> irgendwo in der Westsahara (1553 Km)
Nach einer etwas schmerzhaften Nacht (mein Bein ist nun etwas dicker als das Andere) und der erfolgreichen Geldübergabe von Western Union brechen alle nach und nach auf. Wir trennen uns von Amy und Rob, beide fahren mit Kati und Blair weiter über die Piste nach Choum. Wir haben beschlossen erstmal nach Nokachott, der Hauptstadt Mauretaniens zu fahren, da Piste für mich momentan unmöglich ist. Außerdem sind wir mittlerweile leider auch zu der Erkenntnis gekommen, dass unsere BMW,s F650 GS bzw. GS Dakar für diese Art zu reisen (vor allem auch noch mit Gepäck) NICHT geeignet sind. Sie sind einfach (mit Gepäck 220 Kg bzw. 300 Kg) zu schwer. Chris kann zwar seine noch halten, aber so richtig Spaß kommt dabei auch nicht auf. Ich bin wirklich neidisch auf Amy's 100 Kg leichtere Honda. Wenn ich mich hinlegte, hüpfte sie mit ihrer so locker flockig an mir vorbei...
Durch den Motocross Stiefel wird mein Bein gut gestützt, so das ich einigermaßen gut mit dem Fuß Schalten kann.
Wir tanken noch einmal und machen uns auf den Weg. Zur unserer Überraschung fahren wir bald auf einer nigel nagel neuen Strasse, die wir so gut wie für uns alleine haben.


In Mauretanien ist es dann auch endlich mal richtig warm (in der Sonne so um die 70 Grad). Unterwegs schaue ich ab und zu mal an mir runter, um mich zu vergewissern das aus meinem Motorrad keine Flammen schlagen, denn so glüht es an meinen Beinen...
Da es von Nouadihbou nach Nokachott ca. 540 Km sind und es auf der Strecke nur zwei Tankstellen gibt, müssen wir an letzteren nochmal tanken. Viele scheinen hier nicht zu tanken, denn die beiden Tankwarts liegen hier gemütlich auf Matratzen. Wir haben Glück und es gibt für 1,50/L Benzin aus dem Kanister. Wir tanken und hoffen das sich auch das Richtige im Kanister befand ...
Es ist ein schöner Tag, wir haben die Strasse für uns alleine und so fahren und fahren wir gemütlich vor uns hin.

Wir brechen unsere Regel ab 16 Uhr bis Sonnenuntergang einen Schlafplatz zu suchen (ganz übel, aber aus Erfahrung lernen wir ja ...). So fahren wir also entspannt weiter... durch schöne Dünenlandschaften im Sonnenuntergang ...
Und erreichen in der Dämmerung, nach zahlreichen Polizei- und Militär- Kontrollen (einige Kontrollen waren wirklich nur 500 Meter auseinander, wer verstehts ...???) Nokachott, Hauptstadt von Mauretanien. Da wir immer noch fit sind, beschließen wir weiter zu fahren Richtung Rosso ... mittlerweile ist der Mond aufgegangen und da wir in zwei Tagen Vollmond haben, fahren wir weiter im hellen Mondschein.
Die nigel nagel Strasse hört dann auch irgendwann in Nokachott auf und wird zur sehr schlechten Strasse. Aber irgendwie waren wir so entspannt das wir da auch noch nicht daran dachten uns einen Schlafplatz zu suchen ...
Man kann so entspannt sein wie man will, irgendwann meldet sich dann doch die Müdigkeit und wir machen eine Pause. Vorsichtig setzen wir uns in die Nähe der Strasse in den Sand, denn jetzt müssen wir auf Schlangen und Skorpione aufpassen. Als dann auch noch der der Mond untergeht wird es stockdunkel und wir merken wie hundemüde wir eigentlich sind. Da wir nicht wissen wo wir uns gerade befinden, bauen wir auch nicht unser Zelt auf. Jetzt ärgern wir uns, weil wir unsere Regel gebrochen haben ...
Rosso, die Grenzstadt zum Senegal ist nur noch 80 Km entfernt und wir beschließen nach einer Stunde Zähne zusammen beißen und weiterfahren... in Rosso können wir dann die erste Fähre in den Senegal nehmen und uns dort einen schönen Platz zum ausruhen suchen ...aber die Wirklichkeit sieht ja dann doch immer anders aus ...
Wir fahren über ziemlich holprige und schlechte Straßen und ich ärgere mich das ich von der Landschaft nichts mehr sehen kann. Plötzlich bremst Chris vor mir, mein Reaktionsvermögen ist zum Glück auch noch gut, so dass ich auch zum stehen komme ... auf der stockdunklen Strasse steht ein Esel und schläft ... Unser Reaktionsvermögen war zwar noch gut, aber klar denken konnten wir nicht mehr ... Nachts in Afrika zu fahren ist schon ziemlich lebensmüde ...
Wir schaffen es trotz schlechter Straße und kommen gegen 5:30 Uhr in Rosso an, einer ziemlich üblen und heruntergekommenen Stadt.
Wir fahren durch die Stadt und überlegen wo wir warten sollen, die Stadt macht keinen einladenden Eindruck...
Am Ortseingang hatten wir ein heruntergekommenes Hotel mit Parkplatz gesehen, wir fahren dorthin zurück, um auf den Parkplatz zu warten, denn da fühlen wir uns sicherer.
Plötzlich öffnet uns ein Hotelangestellter (genauso heruntergekommen wie die Stadt und das Hotel...), bittet uns in das Hotel und meint wir können hier warten (ich hätte schon misstrauisch werden sollen, als sich der Boden nach links und rechts weg bewegte...).
Wir denken 'ach das ist ja nett, bestellen wir doch wenigstens einen Kaffee' , so machen wir mal wieder den Fehler uns bestellen ohne nach dem Preis zu fragen. Zwei ungenießbare Kaffee (Nescafe mit einem Pfund Zucker ...) für umgerechnet 3 EUR. Und wir denken uns 'das ist schon o.k., dafür dürfen wir ja hier warten' (ha ha ...).
Dann fragen wir nach der Fähre, alles kein Problem kostet für uns beide ca . 15 EUR (natürlich auch zu teuer, aber ein gewisser Aufschlag ist hier halt üblich...) und er wird dann mit uns zum Hafen gehen.
In Därr's Reiseführer lese ich, das es in diesem Hotel die Fährtickets zu kaufen gibt und denke 'okidoki, nicht immer so misstrauisch sein ...'
Als wir am Hafen ankommen, geht der Hotelangestellte zielsicher mit leuchtenden Augen auf einen Zollbeamten zu und da war mit klar 'die handeln jetzt unseren Preis aus...' Wer die Sendung Relict Hunter kennt, die Typen an der Grenze sehen wirklich so aus (faulige Zähne, grimmiges Lachen, Uniform und Inhalt haben schon seit langer Zeit kein Wasser mehr gesehen...).
Wir warten direkt am Fluss Senegal, als wir die Rechnung präsentiert bekommen, das Ganze macht dann 100 EUR... hätte das Ganze jetzt 20 EUR mehr gemacht, hätte ich ja nichts gesagt, aber sich 80 EUR von unserem hart verdienten Geld einfach mal so in die eigene Tasche zu stecken... nicht mit mir. Ich sage 'nö, zahle ich nicht, da schiebe ich mein Motorrad lieber 90 Km über die Piste in den Senegal'...
Irgendwann während der Zollbeamte auf mich einredet, was wir doch Tolles dafür bekommen würden (Fähre, Pass aufschlagen, durchblättern, Stempel für den Zoll ... usw.) oder wie viel Geld wir denn hätten?, schalte ich ab (ich wusste ja, was wir zu zahlen haben und was nicht). Damit verfliegt auch urplötzlich die Freundlichkeit des Hotelangestellten und er verlangt von uns umgerechnet 3 EUR für unseren Hotelaufenthalt. Langsam steigt in mir die Wut hoch, Chris versucht sie dann durch seine Freundlichkeit wieder auszugleichen ... ich übernehme ausnahmsweise mal das Kommando , sage 'Diskussion beendet, wir fahren' und fahre Richtung Hafentor, dass man uns erst einmal mit einem dummen Grinsen nicht aufmacht. Sollte wohl ein Einschüchterungsversuch sein, gezittert habe ich vor Wut ...
Wir fahren erst einmal wieder etwas nach außerhalb, blos raus aus Rosso und überlegen was wir jetzt machen. Neben der Fähre gibt es noch die Möglichkeit über ein 90 Km langes Stück Piste bei Diama in den Senegal zu fahren. Ich will es versuchen, aber Chris wägt die Risiken mit den Motorrädern und meinem Bein ab und entscheidet das ich mir mein Bein doch lieber in Marokko brechen soll...und so fahren wir, total übermüdet und angep... von den ganzen Pannen, Problemen, den Versuchen uns übers Ohr zu hauen, den Anbetteleien sobald man sich für eine Sekunde an den vermeintlich einsamen Straßenrand stellt, zurück.
Aber wir waren an der Grenze und haben den Senegal gesehen ...
Dann sehen wir auch die Umgebung und die tiefen Löcher (schon fast Gruben...) in der Strasse über die wir nachts gefahren waren. Mir wird wirklich ganz anders dabei, auch über den Esel der mitten in der Nacht auf der Strasse stand, musste ich noch mal kurz nachdenken...
Überall Müllberge, viele tote Dromedare, Esel und Ziegen die am Straßenrand verwesen, daneben spielen Kinder und etwas weiter daneben wird Fleisch an einem schiefen offenen Holzstand verkauft ...
Später fragen wir uns warum eigentlich nicht einmal jemand ein paar Eimer nimmt und die Löcher in der Strasse zu schüttet, anstatt Tag für Tag mit seinen Karren über die Löcher zu fahren??? Baustoff ist ja genügend vorhanden ...
Auf unseren Rückweg treffen wir die zwei Franzosen Xaviar und Pascal, die beiden hatten in Nokachott übernachtet und fahren jetzt weiter in den Senegal, aber über die Piste. Sie wussten schon von der Abzocke in Rosso und wir sollen doch jetzt mit ihnen zusammen fahren. Wir sind aber so übermüdet und können nicht mehr klar denken, also beschließen wir erst einmal eine Nacht zu schlafen und dann schmieden wir neue Pläne.
An einer Militärkontrolle bemerkt Chris das seine Motorradkette wieder fertig ist. Wir spannen sie und hoffen das sie bis Marokko (wieder ADAC Land ...) durch hält .
In Nokachott haben wir dann auch an der sechsten Tankstelle Glück, finden Sprit und dürfen weiterfahren.
Nach insgesamt 23 stündiger Fahrt, weigere ich mich dann noch einen Meter zu fahren und wir bauen unser Zelt völligst fertig und schon im Halbschlaf im Nationalpark auf (das wissen wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht ...)

Mit letzten Kräften kocht Chris von unseren letzten Wasservorräten eine Suppe, denn in der ganzen Zeit haben wir auch nichts gegessen. Wir essen unsere Nudelsuppe, als plötzlich ein Wagen anhält, 4 Männer heraus springen, von denen einer in grüner Uniform auf uns zukomm. Wir campen im Nationalpark ... aber wenn wir morgen in das 230 Km entfernte Büro des Nationalparks fahren, eine Gebühr zahlen, wäre das schon o.k., D'ACCORD D'ACCORD ...
Chris hat es danach den Appetit verschlagen und irgendwie übermannte ihn ein unbekanntes Gefühl, dass ich als Beklemmungen identifiziere... und er hat nur noch das Bedürfnis Mauretanien auf der Stelle zu verlassen, aber ich verweigere auch jetzt erfolgreich die Weiterfahrt.
Am nächsten Morgen überlegen wir was wir jetzt machen. Unser Geld ist wieder knapp, um zu tanken, den Nationalpark zu bezahlen und evtl. an der Grenze noch mal das Gehalt der Polizei aufzubessern (wir hatten ja anders geplant, da hätte das Geld gereicht...). Entweder wir fahren wieder nach Nouadihbou und wieder die Geschichte mit Western Union oder wir riskieren es, bezahlen den Nationalpark nicht, tanken nicht und fahren so schnell wie möglich zur Grenze, auch mit der Gefahr nach der Grenze ohne Sprit und Wasser im nichts zu stehen, aber das wäre dann eine andere Aufgabe gewesen...Chris entscheidet sich nach nochmaliger Kalkulation der Risiken, für letztere Variante.
Nachdem wir Chris Motorrad wieder aus dem Sand gebuddelt haben ...

sausen wir also an dem Büro des Nationalbüros vorbei Richtung Grenze (ohne zu zahlen mit den Gedanken 'wir werden bestimmt deshalb an der Grenze festgehalten und müssen Strafe zahlen...').
An der Grenze geht dann doch alles unerwartet schnell, obwohl Chris mich schon etwas nervös mit 'mach schnell, der eine sagt gerade am Telefon etwas von Nationalpark' (und das an zwei Kontrollen...).
Wir verlassen Mauretanien und freuen uns wieder in Marokko einreisen zu dürfen und sogar noch 70 EUR übrig haben. Unser Sprit reicht dann auch noch bis zur nächsten Tank- und Raststätte. Dort treffen wir ein Grüppchen von drei Deutschen und einem Holländer, die mit ihren Bikes auf dem Weg nach Mali sind. Deren Kommentar zum Abschied 'ihr seht schon ganz schön verwegen aus ...'
04.11. - 09.11. --> Dakhla --> irgendwo Westsahara --> Tan Tan Plage (1051 Km)
In Dakhla bleiben wir vier Tage, zwei Tage davon verbringen wir auf einem Wildcamerplatz, der auch beliebter Windsurfer Spot ist. Hier lernen wir ein schweizer Pärchen kennen, dass hier zum Wind surfen ist. Wir verbringen eine nette Zeit mit den beiden, essen gemeinsam leckeren Fisch (Kg/3 EUR) und Langusten (Kg/13 EUR).
Bei Ebbe kann ich sogar ein Grüppchen von 9 Flamingos beobachten, die hier auf Futtersuche sind.

Am Tag unserer Abreise machen wir noch einen Stop an einer heißen Quelle und hoffen das der Gestank von faulen Eiern nicht an uns hängen bleibt...

Unterwegs ...


In Tan Tan kann ich dann doch noch ein Bild von dem Wahrzeichen Tan Tan,s machen. Auf unserer Hinfahrt Richtung Mauretanien war das Fotografieren ja wegen einen heftigen Unwetters unmöglich.

25 Km weiter am Strand von Tan Tan Plage schlagen wir unser Lager auf und beschließen nur in unseren Schlafsäcken zu schlafen...

10.11. - 16.11. Tan Tan Plage --> Gouelmim --> Agadir (450 Km)
Heute wird es mal wieder richtig spannend ... nach einer schon recht sandige Nacht in Tan Tan Plage fahren wir los und kommen in einen heftigen Sandsturm. Wir können kaum noch die Strasse erkennen und die Kunst ist mal wieder die Spur in dem Moment zu halten, wenn einem Fahrzeuge entgegen kommen oder wenn mal wieder einer zum überholen ansetzt ...
Nach kostenfreien Gesichtspeeling, schaffen wir es dann erfolgreich nach Goulemin (obwohl kostenlos...wird uns bestimmt an der Grenze in Rechnung gestellt). Ich hatte von einem Campingplatz gelesen, der in der Nähe eines ehemals französischen Forts sein sollte, dort möchte ich unbedingt hin. Fast dort angekommen, stehen wir vor einem Schild worauf steht - Fort boujerif à 9 Km Piste -.
Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und sage 'komm lass uns fahren' und denke dabei nur 'Chris hat gesagt immer nur Gas geben', das mache ich dann auch... und schaffe es tatsächlich, ohne das ich wieder von meinem Motorrad befreit werden muss.
Wir mal wieder völligst heruntergekommen, da durch einen Sandsturm gefahren, werfen wir unsere Sparsamkeit über Bord, klopfen uns den Sand von den Schultern und gönnen uns eine Nacht im Luxusmotel (www.fortboujerif.com) mit Vollpension, dabei denken wir an den Zöllner in Rosso, dessen Nebenverdienst wir heute verprassen werden...

Dabei fallen wir mal wieder von einem Extrem ins andere. Tage vorher nur von Tütensuppen und Nudeln in allen Varianten und letzten Wasservorräten gelebt und dann hier, schlagen wir uns die Bäuche so voll, dass wir kaum noch laufen können.
Am nächsten Morgen holt uns dann der Sandsturm ein und mir wird klar, dass ich mit diesem starken Wind und meinem Gepäck die 9 Km Piste nicht schaffen werde. Aber Rettung naht in Gestalt von Peter und Michaela (ich hoffe die Namen sind richtig, finde mal wieder meine Notizen nicht...), die mein Gepäck in ihren Landrover Defender werfen...

und ich fahre zum ersten Mal mit richtig viel Spaß Piste.
Weiter geht es dann zu unserem super Campingplatz in der Nähe von Agadir, auf dem wir ja schon waren. Dort haben wir mal wieder richtig Glück mit unseren Nachbarn Ilona, Marc und Wolfi (www.orli.ws). Die drei haben Zeit bis Juli und machen in dieser Zeit mit ihrem roten Zebra Afrika unsicher.

So frühstücken wir morgens gemütlich zusammen und abends gibt es für alle leckeren Fisch.

Und da nach 2 Jahren Umbauzeit am Zebra immer noch etwas zu tun ist, freut Chris sich natürlich dabei zu helfen...

ich entspannte solange am Pool...

Am Tag von Ilonas und Marcs Abreise, meinen beide so ganz nebenbei 'kommt doch mit uns nach Mauretanien, wir werfen euer Gepäck in unseren Wagen'. Oh oh, das löst in uns eine Entscheidungskrise aus und wir überlegen hin und her, wiegen Pro und Kontra ab und konnten uns nicht entscheiden. Eigentlich hatten wir ja mit dieser Reise schon abgeschlossen, da wir die falschen Motorräder haben (aber ohne Gepäck ...), außerdem haben wir ja auch schon wieder neue Pläne geschmiedet. So werfen wir also eine Münze... und Marc, Ilona, Wolfi & das Zebra fahren ohne uns weiter ...

18.11. - 19.11. Agadir --> Taliouine/Anti-Atlas (218 Km)
Mit einem letzten Blick auf den Atlantik und neuer Motorradkette, geht es heute weiter Richtung Anti-Atlas nach Taliouine.

Die Stadt ist berühmt für ihren Safran, der dort an jeder Ecke angeboten wird (haben aber keinen gekauft).
Wir fahren an Arganienbäumen vorbei, die es mal wieder in sich haben ...
die Früchte sind für Ziegen ziemlich lecker... Achtung, vor allem wenn Äste über einer Strasse hängen, denn Ziegen hüpfen dann schon einfach mal so aus dem Baum mit einen Satz auf die Strasse (gut das Chris so ein gutes Reaktionsvermögen hat ...).
Und weiter geht es Richtung Anti-Atlas ...
